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"Biodiversität und Arterhaltung in der Stadt"

Wahlprüfsteine

 

Am 26. Mai wird in Görlitz ein(e) neue(r) OberbürgermeisterIn gewählt.

Uns interessiert natürlich brennend, was die KandidatInnen über den Umwelt- und Naturschutz denken und welche Vorhaben sie umsetzen wollen. Deshalb haben wir sie dazu vor einem Monat befragt.

Wir werden ab jetzt in jeder Woche eine Frage mit allen Antworten in alphabetischer Reihenfolge veröffentlichen. Als Naturschutzverein sind wir überparteilich und neutral, wir sprechen daher keine Wahlempfehlung aus. Die Antworten wurden von uns nicht verändert. Macht Euch selbst ein Bild. In der Woche vor der Wahl veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Kurzzusammenfassung aller 8 Wahlprüfsteine und dann hoffen wir, dass Ihr gut informiert wählen gehen könnt.

Viel Spaß beim Lesen. 

 

Hier ist die Nummer 2 zum Thema:
"Biodiversität und Arterhaltung in der Stadt"

Als PDF lesen

 

Hintergrund:

Der Verlust der Artenvielfalt in Deutschland, insbesondere der Wildpflanzen und Insekten (“Krefeldstudie”: 76-81 % Rückgang Biomasse in 27 Jahren) und der von ihnen abhängigen Tiere (z.B Vögel, Fledermäuse) ist ein großes Problem. Grünflächen im Siedlungsraum können hier sehr wichtige Beiträge zum Erhalt von Vielfalt an Formen von Lebensgemeinschaften und Biotopen leisten. Das Görlitzer Stadtgebiet besteht zu über 60 % aus Grün- und Freiflächen und birgt somit ein sehr großes Potential für naturnahe Flächen. Unsere Fragen an die OberbürgermeisterkandidatInnen:

A. Wie wollen Sie die Biodiversität in Görlitz fördern?

B. Haben Sie schon Ideen, welche Flächen in Görlitz hier gefördert werden sollen?

 

Die Antworten der OberbürgermeisterkandidatInnen

 

Jana Lübeck, Kandidatin für „Die Linke“:

Wir halten dies für absolut erforderlich. Hierzu haben wir uns in unserem Programm wie folgt positioniert: Wir wollen den Schutz von Insekten, beispielsweise durch die Schaffung von Blühflächen und das Aufstellen von Bienenkästen verstärken, die Nutzung von Grünflächen als Stadtgärten und die Renaturalisierung von nicht genutzten Flächen forcieren. Die Auswahl der Flächen sollte dabei in Zusammenarbeit mit den gesellschaftlichen Akteuren erfolgen.

 

Franziska Schubert, Kandidatin von „Bündnis90/die Grünen“, „Bürger für Görlitz e.V. und dem Netzwerk „Motor Görlitz“ und der SPD:

A: Ein Umstieg auf umweltverträgliche Alternativen zu Herbiziden oder Pestiziden oder gar ein kompletter Verzicht auf derartige Maßnahmen ist bereits eine gute Möglichkeit, mehr Arten in Görlitz einen Lebensraum zu bieten. Dies wäre zum Beispiel recht einfach in räumlich begrenzten, fast komplett naturbelassenen Flächen möglich, die als Blühflächen Bienen und andere Insekten zur Verfügung stehen könnten. Ich wünsche mir hier mit dem BUND Görlitz einen regelmäßigen Kontakt, um machbare Ideen zu entwickeln. Für künftige, stadtgestalterische Projekte sind Konzepte zu erstellen, die einen Einklang von städtischer Nutzung durch Bürger:innen und Touristen und einheimischen Pflanzen und Lebewesen ermöglicht. Damit geht auch eine gewisse Bewusstseinsänderung einher. Wäre nicht eine parallele Belebung der Park- und Grünflächen möglich? Dadurch ergibt sich eine weitaus bessere Grundlage für Artenvielfalt in unserer Stadt. Ein bloßer Lebensraum für die Tiere an einigen Orten in Görlitz ist jedoch nicht genug. Es ist umso wichtiger, Projekte und Initiativen zu unterstützen, die sich für Tierschutz und Biodiversität einsetzen. Hier ist also eine gute Zusammenarbeit mit Akteuren wichtig und notwendig. Für Schulen kann ich mir vorstellen, dass die Stadt über das Land (dank BÜNDNISGRÜNER Initiative auf Landesebene „Sachsen blüht!“) gebietsheimisches Saatgut organisiert und kostenfrei abgibt. Das Saatgut ist für Blühflächen gedacht.

B: Für mich sind folgende Bereiche betrachtenswert: das ehemalige Volksbad – Wiederherstellung verschiedener, qualitativ hochwertiger Biotope und Umweltbildung; die Teiche im Stadtgebiet und ihre ökologische Qualität; gezielte Baumpflanzungen bei Ausgleichsmaßnahmen; Nistmöglichkeiten in Kooperation mit Schulen (Fledermäuse, Vögel). Die Kleingartenanlagen stellen zudem einen Schatz im Stadtgebiet dar. Auch in diesem Bereich kann ich mir vorstellen, dass man Anreize von Seiten der Stadt schafft, dass der Natur- und Artenschutz einen noch höheren Stellenwert erhält als bislang. Die Erklärung, warum man was macht und warum Alle was davon haben, ist sehr wichtig. Keine Maßnahme ohne Erklärung.

 

Octavian Ursu, Kandidat der CDU:

Görlitz ist eine sehr grüne Stadt. Ich möchte die bestehenden Görlitzer Grünflächen erhalten und pflegen.

 

Sebastian Wippel, Kandidat der AFD:

Unsere Positionen zu Fragen des Umweltschutzes, entnehmen Sie bitte unserem Kreisprogramm unter www.afdgoerlitz.de Hier finden Sie einen extra Abschnitt zu dem Thema. Des weiteren stehe ich auf dem Standpunkt, dass wir in unserer Stadt durchaus erhaltenswerte Flächen haben, die der Erholung dienen z.B. am Caroluskrankenhaus hinter der Christuskirche. Fragen des Stadtklimas, sollten bei der Bauplanung öffentlicher Gebäude mitgeprüft werden. Der Naturschutztierpark, soll weiter unterstützt werden und das Umweltbewusstsein unserer Kinder geprägt werden. Das gleiche Ziel soll die frühe schulische Bildung haben. Z.B. wenn im Rahmen von Projekttagen auch die Sauberkeit der näheren Umgebung geprüft und verbessert wird. Fragen der Flächenentsieglung im Ausgleich für Baumaßnahmen, sollten vom Freistaat unterstützt werden. Dem Grundsatz nach, sollte die nähere Umgebung der Stadt vorrangig der Erholung dienen können und die Stadt selber als verdichteter Raum Leben und Wirtschaften ermöglichen.

 

Die Antwort von Momo Riedmüller wollen wir Ihnen nicht vorenthalten, auch wenn sich nicht genug Unterstützerstimmen für seine Kandidatur gefunden haben:

Momo Riedmüller, Kandidat von „Die PARTEI“:

1a - 2a - Dachbegrünung in allen Stadtteilen, auch in der Altstadt. Aus der Luft betrachtet sähe Görlitz dann nur noch wie eine Wiese aus. Das könnte uns auch bei potentiellen Kriegen als Tarnung dienen.

2b - siehe 2a

 

Kontakt

E-Mail: bund(dot)goerlitz(at)bund(dot)net
Internet: www.gesunde-zukunft.eu/goerlitz
Facebook: www.facebook.com/BUNDOrtsgruppeGoerlitz/ 
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