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"Einsatz von Pestiziden in der Grünflächenpflege / Glyphosatverbot".

Wahlprüfsteine

 

Am 26. Mai wird in Görlitz ein(e) neue(r) OberbürgermeisterIn gewählt.

Uns interessiert natürlich brennend, was die KandidatInnen über den Umwelt- und Naturschutz denken und welche Vorhaben sie umsetzen wollen. Deshalb haben wir sie dazu vor einem Monat befragt.

Wir werden ab jetzt in jeder Woche eine Frage mit allen Antworten in alphabetischer Reihenfolge veröffentlichen. Als Naturschutzverein sind wir überparteilich und neutral, wir sprechen daher keine Wahlempfehlung aus. Die Antworten wurden von uns nicht verändert. Macht Euch selbst ein Bild. In der Woche vor der Wahl veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Kurzzusammenfassung aller 8 Wahlprüfsteine und dann hoffen wir, dass Ihr gut informiert wählen gehen könnt.

Viel Spaß beim Lesen. 

 

Hier ist die Nummer 1 zum Thema:
"Einsatz von Pestiziden in der Grünflächenpflege / Glyphosatverbot".

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Hintergrund:

Hintergrund: Die Stadt Görlitz hat im April 2018 beschlossen, den Einsatz von Glyphosat auf öffentlichen Grünund Sportflächen ab 2019 einzustellen. Bisher wurde dies seitens der Stadt nicht wirklich öffentlich kommuniziert und man scheint mit dem Ausstieg und dem neuen Titel „Glyphosatfreie Stadt” nicht zu werben. Unsere Fragen an die OberbürgermeisterkandidatInnen:

 

Unsere Fragen an Sie:

A. Wie stehen Sie zu dem Glyphosat-Verbot auf öffentlichen Grünflächen in Görlitz?

B. Können Sie sich auch vorstellen, dass die Stadt noch weitere Schritte gehen könnte und komplett auf Pestizide und Herbizide auf öffentlichem Grün verzichtet?

 

Die Antworten der OberbürgermeisterkandidatInnen

 

Jana Lübeck, Kandidatin für „Die Linke“:

Es war die LINKSFRAKTION, die diesen Beschlussantrag im vergangenen Jahr in den Stadtrat eingebracht hat. Wie auch der BUND weiß, war es nicht leicht hierfür eine Mehrheit im Stadtrat zu finden. Schlussendlich gelang es jedoch. Die künftige Linksfraktion und auch ich als zukünftige Oberbürgermeisterin werden an diesem Beschluss festhalten. Aus unserer Sicht gibt es auch keinen Grund, diese Beschlusslage nicht öffentlich zu benennen. Im Gegenteil, dies ist ein Fortschritt und darf auch so bezeichnet werden. Auch zu weitergehenden Schritten haben wir uns in unserem Programm festgelegt: „Die LINKE steht für den Einsatz pestizidfreier Düngemittel in öffentlichen Grünanlagen.“

 

Franziska Schubert, Kandidatin von „Bündnis90/die Grünen“, „Bürger für Görlitz e.V. und dem Netzwerk „Motor Görlitz“ und der SPD:

A - Ich finde es gut, dass sich die Stadt gegen Glyphosat entschieden hat. Für mich sind öffentliche Grünflächen in einer Stadt vor allem eine Freizeit- und Begegnungsstätte. Sie sollten nutzbar und zugänglich sein. Glyphosat stellt ein nicht abschätzbares Risiko für alle Lebewesen dar, die diese Flächen betreten und sich dort aufhalten. Durch die potentiell hormonverändernde und krebserregende Wirkung ist dessen Einsatz nicht zu verantworten. Zusätzlich schadet es der Fauna: Insekten und Vögel verlieren ihre Nahrungsgrundlage. Boden und Grundwassertiere sind gefährdet. Ohne Glyphosat sind wir alle besser dran.

B - Ja, das kann ich. Neben umweltschädlichen Pestiziden und Herbiziden gibt es genügend Alternativen, um Grünflächen instand und ansprechend zu halten. Anstatt Glyphosat wird bereits Infrarot und Heißschaum als möglicher Ersatz getestet. Dafür gehen bereits andere Städte wie Saarbrücken oder Bielefeld mit gutem Beispiel voran. Als Oberbürgermeisterin würde ich das prüfen lassen. Selbstverständlich gehört für mich da dazu, den Betriebshof als zuständige Einheit entsprechend auszustatten – personell und maschinell.

 

Octavian Ursu, Kandidat der CDU:

Wie im April 2018 beschlossen, wird seit diesem Jahr auf den Flächen der Stadt Görlitz kein Glyphosat mehr eingesetzt. Bisher betrug der Einsatz durchschnittlich 40 Liter im Jahr im gesamten Stadtgebiet. Auf weitere Pestizide und Herbizide zu verzichten, wäre natürlich wünschenswert. Das ist allerdings eine Kostenfrage. Im Zusammenhang mit dem Verzicht auf Glyphosat hat die CDU-Fraktion des Stadtrates die Stadtverwaltung die entsprechenden Kosten prüfen lassen. Für die Anschaffung von Geräten für die Unkrautvernichtung wurden in diesem Zusammenhang 150.000 Euro einmalig veranschlagt. Und weitere 150.000 Euro jährlich für die Umsetzung der Unkrautvernichtung ohne Glyphosat, d.h. das Unkraut muss sozusagen durch Personal von Hand gejätet werden.

 

Sebastian Wippel, Kandidat der AFD:

Unsere Positionen zu Fragen des Umweltschutzes, entnehmen Sie bitte unserem Kreisprogramm unter www.afdgoerlitz.de Hier finden Sie einen extra Abschnitt zu dem Thema. Des weiteren stehe ich auf dem Standpunkt, dass wir in unserer Stadt durchaus erhaltenswerte Flächen haben, die der Erholung dienen z.B. am Caroluskrankenhaus hinter der Christuskirche. Fragen des Stadtklimas, sollten bei der Bauplanung öffentlicher Gebäude mitgeprüft werden. Der Naturschutztierpark, soll weiter unterstützt werden und das Umweltbewusstsein unserer Kinder geprägt werden. Das gleiche Ziel soll die frühe schulische Bildung haben. Z.B. wenn im Rahmen von Projekttagen auch die Sauberkeit der näheren Umgebung geprüft und verbessert wird. Fragen der Flächenentsieglung im Ausgleich für Baumaßnahmen, sollten vom Freistaat unterstützt werden. Dem Grundsatz nach, sollte die nähere Umgebung der Stadt vorrangig der Erholung dienen können und die Stadt selber als verdichteter Raum Leben und Wirtschaften ermöglichen.

 

Die Antwort von Momo Riedmüller wollen wir Ihnen nicht vorenthalten, auch wenn sich nicht genug Unterstützerstimmen für seine Kandidatur gefunden haben:

Momo Riedmüller, Kandidat von „Die PARTEI“:

1a - Sehr positiv. Wie sollen wir den Kindern die Geschichte von Bienchen und Blümchen erzählen, wenn es keine Bienchen mehr gibt? Und keine Blümchen.

1b - Klar. Wir könnten einfach Mauern um die Beete ziehen, um ungebetene Insekten und Pflanzen abzuhalten. Die PARTEI mag Mauern sehr.

 

Kontakt

E-Mail: bund(dot)goerlitz(at)bund(dot)net
Internet: www.gesunde-zukunft.eu/goerlitz
Facebook: www.facebook.com/BUNDOrtsgruppeGoerlitz/ 
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